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Museum Ostwall im Dortmunder U lädt zum Mini-Golfen ein

Die Ausstellung „Zurück zum Beton: Ina Webers Trümmerbahnen-Minigolf“ läuft noch bis 7. Juni.

Zwölf Minigolfbahnen der Berliner Künstlerin Ina Weber laden zum Spielen mit Kunst und Architektur ein: Die Ausstellung „Zurück zum Beton: Ina Webers Trümmerbahnen-Minigolf“ im Museum Ostwall im Dortmunder U (Ebene 4) ist ein großer Spaß für alle - zum Mitspielen, Erkunden und Nachdenken. Der Eintritt ist frei.

Zwölf Bahnen als begehbare Landschaften

Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Die Berliner Künstlerin Ina Weber im Kiosk, den sie extra fürs Museum Ostwall entworfen hat.
Die Berliner Künstlerin Ina Weber im Kiosk, den sie extra fürs Museum Ostwall entworfen hat.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Ein knallbunter Kiosk, darüber flirren Vögel am Himmel, weitere Projektionen an den Wänden suggerieren Baumkronen. Es riecht nach Sommer und Kindheit auf der Ebene 4 im Museum Ostwall . Zwölf Minigolfbahnen verwandeln den Museumsraum im Dortmunder U in eine begehbare Landschaft aus Beton, Architektur und Nostalgie.

Mit Minigolfschlägern in verschiedenen Größen, Spielzetteln und Bleistift aus dem Kiosk ziehen die Besuchenden in den Museumsraum, um spielend die Kunst zu entdecken. Kuratorin Stefanie Weißhorn-Ponert mag die Idee, mit den Bahnen im Museum Ostwall einen spielerischen Blick auf die Architektur der Nachkriegszeit zu bekommen. Beim Ausloten des richtigen Schlagwinkels können die Mini-Skulpturen der Berliner Künstlerin Ina Weber besonders gut betrachtet werden.

Erinnerungen an das Gesundheitshaus

Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Das Gesundheitshaus ist eine "Dortmunder Minigolf-Bahn" geworden.
Das Gesundheitshaus war Vorbild für die "Dortmunder Bahn".
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Wie das alte Dortmunder Gesundheitsamt: Die Dachterrasse mit dem geschwungenen Flachdach inspirierte Ina Weber zu dieser Minigolfbahn, die sie extra für die Ausstellung im Museum Ostwall geschaffen hat. Das Gesundheitshaus in der Hövelstraße 8 wurde 1957–1961 errichtet und zählt zu den bedeutenden Werken der Baukunst der westdeutschen Nachkriegszeit. Der Dortmunder Architekt und Künstler Will Schwarz hat es geschaffen und mit viel Kunst gefüllt. Das ikonische Symbol für Aufbruch und Moderne nach dem Zweiten Weltkrieg steht heute unter Denkmalschutz.

Alle anderen Hindernisse auf den Minigolfbahnen bestehen aus fiktiven Gebäuden, zusammengesetzt aus Versatzstücken realer Bauwerke der Nachkriegsmoderne. So entstehen vertraut wirkende, aber nie eindeutig zu verortende Bauten: ein Kino, eine Tankstelle, ein Hochhaus. Nichts ist monumental, und doch erzählt jedes Objekt von urbaner Geschichte, Wandel und Alltag.

Minigolfturnier und bunte Tüten

Zur Ausstellung gibt es ein buntes Programm:

  • Täglich können Besuchende „Kunsthäppchen“ basteln. Das sind Schnuckertüten, die mit selbstgebastelten Bonbons und Konfekt aus Moosgummi gefüllt werden können.
  • Jeden Sonntag startet um 15 Uhr eine halbstündige Führung.
  • Zum Auftakt seines 20. Jubiläums veranstaltet der Kioskclub 06 e.V. am Sonntag, 10. Mai, ein nostalgisches Minigolfturnier in der Ausstellung „Zurück zum Beton“. Ina Webers Kiosk bildet den Ausgangspunkt.
  • Im Gespräch mit Kuratorin Stefanie Weißhorn-Ponert geht es im Künstlerinnengespräch mit Ina Weber am Donnerstag, 28. Mai, 19 Uhr um die Besonderheiten von Nachkriegsarchitektur und um die Frage, was Minigolf damit zu tun hat. Anmeldung unter anmeldungen_mo@stadtdo.de.

Das komplette Begleitprogramm gibt es online.

Mit „Trümmerbahnen“ zum Wiederaufbau in der Nachkriegszeit

Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Zwei Frauen und ein Mann spielen an der Minigolf-Bahn "Gesundheitshaus".
Beim Minigolf im Museum Ostwall Kunst entdecken.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Auf den „Trümmerbahnen“ wird Architektur zur Skulptur, der Sockel selbst zur Spielfläche. Durch das Spiel mit Maßstab und Material öffnet Ina Weber einen neuen Blick auf die städtische Umwelt – auf jene brutalistischen Betonbauten, die einst als Symbole des Fortschritts galten und heute oft als „Betonmonster“ verschrien sind.

Beton, das allgegenwärtige Material der Nachkriegszeit, wird hier zu einem Spiegel unserer Haltung gegenüber der modernen Architektur. Der Titel der Arbeit erinnert zugleich an die historischen „Trümmerbahnen“, die nach dem Zweiten Weltkrieg den Schutt aus den Städten schafften und so den Wiederaufbau ermöglichten.

Im Museum Ostwall ein letztes Mal zu sehen

Seit ihrer Entstehung im Jahr 2004 wurde die Installation an verschiedenen Orten gezeigt – allerdings vor allem draußen, im öffentlichen Raum. Die Ausstellung im Museum Ostwall ist erst die zweite in einem Innenraum.

Die Präsentation in Dortmund soll auch die letzte sein. Eine Chance für alle, die Minigolf lieben und Kunst und Architektur spielerisch entdecken wollen. Spaß haben dabei Kinder und Erwachsene, Kunstkenner*innen ebenso wie Architekturliebhaberinnen und -liebhabern.

Zum Thema

Wo: Museum Ostwall im Dortmunder U, Ebene 4

Wann: Bis zum 7. Juni 2026

Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So und an Feiertagen: 11 bis 18 Uhr, Do und Fr: 11 bis 20 Uhr, Eintritt frei.

Mehr Infos zur Ausstellung finden Sie unter dortmunder-u.de/museum-ostwall

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