Die Natur erleben beim Dortmunder Tag der biologischen Vielfalt
Wie wichtig biologische Vielfalt für das Leben in der Stadt ist, zeigt sich am Sonntag, 31. Mai, beim Tag der biologischen Vielfalt rund um das Naturmuseum Dortmund (Münsterstraße 271). Von 11 bis 17 Uhr erwartet die Besucher*innen ein vielseitiges Programm mit Mitmachaktionen und spannenden Einblicken in Natur- und Umweltthemen – der Eintritt ist frei.
Der Aktionstag richtet sich an alle, die mehr über Tiere, Pflanzen und Lebensräume in Dortmund erfahren möchten – von naturnahen Gärten und Bächen über essbare Wildpflanzen und ruhrgebietstypische Insekten bis hin zu biologischer Landwirtschaft. Mehr als 30 Vereine, Initiativen und städtische Fachbereiche präsentieren ihre Arbeit und zeigen, wie vielfältig Naturschutz in der Stadt umgesetzt wird. An zahlreichen Ständen gibt es konkrete Informationen, wie sich die Biodiversität in der Stadt verbessern lässt – ergänzt durch ein Programm für Kinder und Familien, das viel Abwechslung verspricht.
Natur mit allen Sinnen erleben und verstehen
Ein besonderes Erlebnis für junge Naturentdeckerinnen und -entdecker ist die Becherlupen-Safari: Ausgerüstet mit Kescher und Becherlupe geht es auf Entdeckungstour durch die Grünflächen am Museum, um kleine Tiere aufzuspüren, kennenzulernen und zu beobachten.
Auch das Naturmuseum Dortmund selbst öffnet seine Türen und bietet mit seinen Ausstellungen und Mitmachstationen einen passenden Rahmen, um Natur anschaulich zu erleben. Besenders spannend ist die aktuelle Sonderausstellung „Human Footprint – Menschliches Handeln im Satellitenbild“. „Das Naturmuseum ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und Naturfreunde – und damit ein idealer Ort für den Tag der biologischen Vielfalt“, erklärt Dr. Oliver Adrian, kommissarischer Leiter des Naturmuseums Dortmund. Besonders der Mix aus Innen- und Außenangeboten mache den Veranstaltungsort so attraktiv.
Mitmachen ausdrücklich erwünscht
Ob bei Führungen, Gesprächen mit Fachleuten oder interaktiven Aktionen – der Tag bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen. Ein spielerischer Höhepunkt ist ein Pflanzen-Quiz für die ganze Familie. „Wer richtig rät, kann eine Wildpflanze mit nach Hause nehmen und dort einpflanzen“, erklärt Ursula Hettwer vom Hauptfriedhof.
Das Grünflächenamt gibt am Aktionstag Einblicke in die städtischen Grünanlagen und zeigt, wie durch Wildblumenwiesen und naturnahe Pflege die Artenvielfalt gefördert werden kann. Die Stadtteil-Werkstatt des Sozialamtes zeigt, wie Naturschutz und soziale Projekte Hand in Hand gehen können. Dort entstehen gemeinsam mit Teilnehmenden unter anderem Nistkästen, Brutflöße und Insektenhotels – gleichzeitig werden Menschen für den Arbeitsmarkt qualifiziert und für einen gesunden Lebensstil in der Natur begeistert. Auch der Botanische Garten Rombergpark, der Zoo, das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt, die Stadterneuerung (Querbeet) sowie die Stadtentwässerung Dortmund sind mit Angeboten dabei.
Zusammenarbeit für mehr Artenvielfalt in der Stadt
Hinter der Veranstaltung steht ein gemeinsames Planungsteam aus Umweltamt, Grünflächenamt, Friedhöfe Dortmund und Naturmuseum. Die Federführung liegt in diesem Jahr erneut beim Umweltamt, das zugleich sein 40-jähriges Jubiläum feiert.
„Biologische Vielfalt beginnt direkt vor unserer Haustür“, sagt Dr. Theresa Eckermann, Leiterin des Umweltamtes. „Mit dem Tag der Biologischen Vielfalt möchten wir gemeinsam mit den vielen ehrenamtlichen Naturschützer*innen zeigen, wie spannend und lebendig Natur in Dortmund ist – und wie jede und jeder selbst zum Schutz von Flora und Fauna beitragen kann. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig eine kontinuierliche Umweltarbeit für die Entwicklung unserer Stadt ist. Seit 40 Jahren übernimmt das Umweltamt Verantwortung für Mensch und Umwelt.“
Vorträge praxisnah oder mit viel Hintergrund
Das Vortragsprogramm ist Abwechslung pur: Ein fachliches Highlight ist ein Vortrag der renommierten Biologin und Autorin Ulrike Aufderheide über naturnahe Gartengestaltung.
Essbare Wildpflanzen sind Thema von Dr. Tanja Helling vom Naturmuseum Dortmund. Sie erklärt, wie sich Biodiversität direkt vor der eigenen Haustür fördern lässt. „Essbare Wildpflanzen wie Brennnessel, Löwenzahn oder Giersch sind nicht nur ökologisch wertvoll, sondern können auch unseren Speiseplan bereichern“, sagt sie.
Außerdem gibt es einen Vortrag von Dr. Theresa Eckermann und Dr. Wilhelm Grote, einer von Eckermanns Vorgängern in der Leitungsfunktion des Umweltamtes. Sie informieren über die Meilensteine in der Geschichte des Dortmunder Umweltamtes. „Zu Beginn standen vor allem Themen wie Altlasten, Wasser- und Abfallrecht, Immissionsschutz, Natur- und Landschaftsschutz sowie der Aufbau grundlegender Strukturen im Fokus, erzählt Dr. Wilhelm Grote, stellvertretender Amtsleiter zur Gründerzeit und Amtsleiter von 1992 bis 2013 des Umweltamtes. „Heute hat sich die Umweltarbeit deutlich weiterentwickelt – Themen wie biologische Vielfalt, Klimaanpassung und nachhaltige Stadtentwicklung sind ebenfalls in den Mittelpunkt gerückt. Das zeigt, dass die Herausforderungen bleiben, auch wenn sich die Sichtweisen weiterentwickelt haben, und wie wichtig es ist, diese Arbeit fortzuführen.“
Ein Tag, der sich Signalwirkung wünscht
Der Aktionstag macht deutlich: Der Schutz von Natur und Artenvielfalt beginnt direkt vor der eigenen Haustür – und lebt vom Engagement vieler. „Unsere Kernbotschaft ist, dass wir Biodiversität nur gemeinsam voranbringen können, indem wir sie in unseren Alltag integrieren“, so Christoph Veen. Dortmund möchte damit ein klares Zeichen setzen für mehr Natur in der Stadt – heute und in Zukunft.
Noch mehr Infos zum Tag der biologischen Vielfalt gibt es