Forschung & Entwicklung
Rettung ohne Selbstgefährdung: DRZ lädt zum Innovation Hub Rettungsrobotik ein
Menschen aus Hochrisikogebieten retten ohne Eigengefährdung – das geht künftig dank des Innovation Hub Rettungsrobotik im Deutschen Rettungsrobotik-Zentrum (DRZ) in Dortmund. Hier werden relevante Akteurinnen und Akteure zusammengebracht und innovative Technologien und robotische Lösungen für die Rettung von Menschen und den Schutz von Einsatzkräften eingesetzt.
Der Kick-off-Termin am 30. September diente dazu, den Innovation Hub Rettungsrobotik mit seinen Zielen, Strukturen und beteiligten Partnern vorzustellen. Zudem wurden Einblicke in die modulare, realitätsnahe Rettungsrobotik-Test- und Erprobungsinfrakstruktur des DRZ gezeigt und wie neue Lösungen gemeinsam entwickelt, integriert und unter praxisnahen Bedingungen erprobt und in die Anwendung überführt werden kann.
Vernetzung von Forschung, Wirtschaft und Hilfsorganisationen zur Lösungsfindung
„Was ist unser Zielbild? Bis 2029 brauchen wir dauerhaft etablierte Strukturen, verlässliche Finanzierungen und durchgängige Prozesse“, so der 1. Vorsitzende Dipl.-Ing. Dirk Aschenbrenner bei seiner Eröffnungsrede. Der Innovation Hub soll genau dies erfüllen – der Kick-off soll der Ausgangspunkt für eine weitere Vernetzung und Zusammenarbeit im Innovation Hub Rettungsrobotik sein. Deswegen sollen Akteurinnen und Akteure aus den Bereichen Anwendung, Forschung, Entwicklung, Industrie, Transfer, Politik und Verwaltung zusammengebracht werden, um ihnen einen Raum für neue Kooperationen zu geben und neue Ideen zu entwickeln.
„Der Innovation Hub ist für die Menschen in Deutschland und in Dortmund ein wichtiger Schritt für den Bevölkerungsschutz, für die Sicherheitsforschung und für die Frage, wie wir moderne Technologie sinnvoll und verantwortungsvoll für die Menschen einsetzen. Vor allem ist er ein Zeichen dafür, was möglich ist, wenn verschiedene Akteurinnen und Akteure zusammen an einem gemeinsamen Ziel arbeiten“, so Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti. Es gehe um die Zusammenarbeit, um den Austausch von Wissen und Erfahrung sowie um die gemeinsame Suche nach Lösungen für Herausforderungen, die keine Organisation und keine Institution allein bewältigen könne.
Bei einer Rettung zählt jede Minute; gleichzeitig steht der Schutz der Rettungskräfte immer an oberster und erster Stelle. Neue robotische Lösungen sollen dazu beitragen, Menschen schneller zu retten und Hilfskräfte zu schützen. „Dieses permanente ‚sich Wandeln‘ passt hervorragend nach Dortmund: Dortmund ist eine Stadt des Wandels, Dortmund ist eine Stadt der ständigen Transformation. Deswegen bin ich so dankbar, dass dieser Innovation Hub hier nach Dortmund gekommen ist“, so Kalouti.
Das Deutsche Rettungsrobotik Zentrum hat sich in den vergangenen Jahren zu einer bundesweit anerkannten Einrichtung entwickelt. Es verbindet die wissenschaftliche Kompetenz mit dem klaren Blick für die Anforderungen im Einsatz. Der Oberbürgermeister betonte, er sei stolz darauf, dass die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Dortmund so wunderbar funktioniere und dass die Ideen Anwendung fänden. „Es ist ein großartiges Zeichen für unser Land, dass wir weiterhin ganz vorne dabei sind bei der Innovation und Umsetzung modernster Technologie“, sagte Kalouti. Er freue sich auf die Ergebnisse der nächsten Jahre.
Technologische Unterstützung in der Notfallmedizin
Zum Auftakt war auch der Staatssekretär Matthias Hauer des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) vor Ort. Mit einem Beispiel erläuterte er, warum der Innovation Hub Rettungsrobotik wichtig sei. Beim fiktiven Szenario „Explosion in einem Chemiewerk“ sei ein Gebäude eingestürzt, möglicherweise seien gefährliche Stoffe ausgetreten, und Menschen würden vermisst. „Die Feuerwehr ist vor Ort. Vor Eintreffen der weiteren Einsatzhilfen wird die Situation anhand der Technik analysiert, denn es fehlen weitere Informationen für die Rettung. Eine Drohne wird das Gelände überfliegen und sich so einen Überblick verschaffen. Ein mit Sensorik ausgestatteter Roboter fährt in das Gebäude, analysiert die Lage, sucht nach Menschen und liefert dabei wichtige Informationen über den Zustand.“ Weitere robotische Systeme würden unterstützen, wie ein autonomes Rettungsfahrzeug zur Patientenversorgung. Im Fokus dabei stünde erhöhte Sicherheit für die Einsatzkräfte und schnelle Hilfe für Betroffene.
In diesem Szenario ginge es also darum, schnell zu analysieren, welche Gefahren im Inneren vorhanden seien, worauf sich dann die Hilfskräfte einstellen könnten. „Es geht darum, eine Rettung schnellstmöglich zu vollziehen und dabei die Rettungskräfte nicht unnötig zu gefährden.“ All das ermögliche modernste Technik und Robotik. Deswegen sollen zivile und militärische Sicherheitsforschung zusammengebracht werden, um gemeinsam künftige Herausforderungen zu bestehen – dafür soll das Innovations-Hub Rettungsrobotik dienen. „Robotische Systeme sollen dort unterstützen, wo Menschen besonders gefährdet sind“, so der Staatssekretär Hauer.
Auch die Präsidentin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BB), Grit Tüngler, war bei dem Kick-off vor Ort. Beim Innovation Hub geht es um den Bevölkerungsschutz in Situationen, in denen ein hohes Risiko für alle Beteiligten besteht, zum Beispiel bei Bränden, bei Hochwasserlagen, bei der Freisetzung gefährlicher Stoffe oder ähnlichen Szenarien. „Bevölkerungsschutz, Innere Sicherheit und Zivilverteidigung sind heute enger miteinander verbunden als jemals zuvor.“ Menschen zu schützen, die andere schützen, sei mitunter oberste Priorität – dank Robotik sei dies möglich. „Genau hier sehe ich eine große Chance für Robotik“, so die Präsidentin Grit Tüngler. „Nicht nur für den Einsatz für Menschen, sondern als Ersatz für Menschen, die sich sonst in großer Gefahr bringen würden.“ Deutschland erlebt momentan einen Umbruch – die Sicherheitslage hat sich verändert, und damit verändern sich die Anforderungen an unsere Fähigkeiten. „Die Technologie muss im Einsatz funktionieren, weswegen eine Vernetzung und ein Austausch der Akteurinnen und Akteure darüber so wichtig sind.“
Robotechnik rettet Leben
Heiß im wahrsten Sinne des Wortes wurde es anschließend im
Das Team simulierte beispielsweise einen Brand und die Vorgehensweise der Rettungskräfte vor Ort. Zunächst wird eine Drohne eingesetzt. Die Drohne liefert den Einsatzkräften vor Eintreffen am Einsatzort wichtige Vorinformationen, die am Ende wertvolle Zeit sparen und somit Leben retten können. Den simulierten Einsatz kann man via Bildschirm am Robotikleitwagen nachvollziehen, von dem aus der Drohneneinsatz gesteuert wird.
Auch die Rettung von Personen ist mit autonomen Systemen möglich. Zunächst wird wieder eine Drohne eingesetzt, und per Monitoring wird die Einsatzlage eingeschätzt. Für die Bergung einer verletzten Person wird ein Bodenroboter per Fernsteuerung entsendet, der dann autonom die verletzte Person rettet und zu einem Rettungstransport bringt.
Roboter unterstützen Einsatzkräfte
Der
Im Hub arbeiten das Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum e.V., das Bayerische Rote Kreuz – Landesgeschäftsstelle München, die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), die
Das BMFTR fördert den Innovation Hub Rettungsrobotik im Zeitraum von Juni 2026 bis Dezember 2029 mit insgesamt 11,3 Mio. Euro.
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