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Ausstellung und Auszeichnung

Weltbekanntes Künstlerinnen-Kollektiv geehrt: Guerrilla Girls sind in Dortmund zu sehen

Seit 40 Jahren mischt das feministische Künstlerinnen-Kollektiv Guerrilla Girls mit scharfzüngigem Humor und spektakulären Aktionen den internationalen Kunstbetrieb auf. Die Ausstellung im MO_Schaufenster im Dortmunder U zeigt eine Auswahl von Plakaten der Guerrilla Girls.

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Mo_Kunstpreis 2025 für die Guerrilla Girls

Der MO_Kunstpreis „Follow me Dada & Fluxus“ wurde am 30. Dezember im Brauturm des Dortmunder U verliehen - bereits zum 12. Mal. Die Guerrilla Girls erlhielten ihn als internationales feministisches Kollektiv - das ist sowohl für das Museum Ostwall als auch für die Guerrilla Girls besonders.

Plakate als Großformate

Mit dem MO_Kunstpreis ist auch der Ankauf von Werken der Künstlerinnen verbunden. In diesem Jahr wurden 31 signierte Plakate der Guerrilla Girls erworben, die das Museum Ostwall als großformatige Billboards reproduzieren darf. Das ergänzende Kunst-VideoThe Guerrilla Girls‘ Guide to Behaving Badly“ (etwa: „Eine Anleitung für schlechtes Benehmen von den Guerrilla Girls") gibt einen humorvollen Einblick in die politische Kunstpraxis des Künstlerinnenkollektivs.

Frida Kahlo
Guerrilla Girls

Unsere Arbeit zielt ja eher auf das amerikanische Museumssystem ab. Aber es ist nicht so, als würden wir das deutsche System nicht kritisieren [...].

Frida Kahlo und Käthe Kollwitz reisten an

Zwei Mitglieder des Kollektivs Guerrilla Girls steht mit Gorillamasken an einem Rednerpult
Bild: Jürgen Spiler
Frida Kahlo und Käthe Kollwitz von den Guerrilla Girls nahmen den MO_Kunstpreis am 30. November 2025 entgegen.
Bild: Jürgen Spiler

„Wir sind sehr froh, hier in Dortmund zu sein und fühlen uns geehrt, den Preis von einem deutschen Museum zu bekommen. Unsere Arbeit zielt ja eher auf das amerikanische Museumssystem ab. Aber es ist nicht so, als würden wir das deutsche System nicht kritisieren, deshalb freuen wir uns sehr, hier wahrgenommen zu werden“, sagt Frida Kahlo, eine der Künstlerinnen.

Sie ist zusammen mit Käthe Kollwitz angereist. Die Guerrilla Girls arbeiten ausschließlich anonym, mit den typischen Gorilla-Masken und Pseudonymen bereits verstorbener Künstlerinnen.

Guerrilla Girls als Teil der feministischen Aktionskunst

Zwei Mitglieder des Kollektivs Guerrilla Girls mit Gorillamasken sitzen im Publikum.
Bild: Jürgen Spiler
Frida Kahlo und Käthe Kollwitz von den Guerrilla Girls im Publikum bei der Preisverleihung.
Bild: Jürgen Spiler

Die aktivistische Kunstpraxis der Guerrilla Girls steht in der Tradition der feministischen Aktionskunst der 1960er-Jahre, die parallel zur Fluxus-Bewegung entstand. Feministische Künstlerinnen griffen, wie die Fluxus-Bewegung, Alltagsthemen auf und wählten Performances als Medium. In der MO_Sammlung sind aus jener Zeit unter anderem Werke von VALIE EXPORT, Carolee Schneeman und Ulrike Rosenbach vertreten.

Die Guerrilla Girls ergänzen die Werke dieser Künstlerinnen um eine kollektivistische, aktivistische Kunstpraxis, die gesellschaftliche und politische Missstände explizit benennt. Der MO_Kunstpreis hat sich inzwischen als feste Größe etabliert und wird seit 2020 mit weiteren 10.000 Euro von den Kulturbetrieben Dortmund unterstützt.

Wichtiger Widerstand gegen Ausgrenzung von Frauen und PoC

Ein Mitglied der Guerrilla Girls gibt einem Fan ein Autogramm.
Bild: Jürgen Spiler
Einige Fans nahmen die Gelegenheit wahr und holten sich ein Autogramm.
Bild: Jürgen Spiler

Verliehen wird der Preis von den Freunden des Museums Ostwall e.V. Der Vorsitzende Benjamin Sieber erklärt: „Den 12. MO_Kunstpreis erhalten Aktivistinnen aus New York und Los Angeles, die Pseudonyme verstorbener Künstlerinnen wie Frida Kahlo, Eva Hesse, Paula Modersohn-Becker, Käthe Kollwitz, Gertrude Stein, Georgia O’Keeffe verwenden. Seit 1985 sind die Guerrilla Girls aktiv und leisten Widerstand gegen Ausgrenzung von Frauen und People of Color in Kultur und Kunst. Die diesjährige Kunstpreisverleihung sowie die MO_Schaufensterausstellung gibt uns in Dortmund die Möglichkeit, im Reigen ihres Festjahres ein Teil davon zu sein.“

Sammlungsleiterin freut sich über feministische Position

Besonders MO_Sammlungsleiterin Dr. Nicole Grothe freut sich über die neuen Kunstwerke: „Als feministische Aktivistinnen tragen die Guerrilla Girls seit Jahrzehnten maßgeblich dazu bei, strukturelle Diskriminierung im Kunstbetrieb zu bekämpfen. Auch wir im Museum Ostwall hinterfragen seit einigen Jahren kritisch unsere eigene Sammlungspolitik und versuchen, Leerstellen sichtbar zu machen und durch gezielte Neuankäufe zu bearbeiten. Die Plakate der Guerrilla Girls erweitern daher nicht nur unseren Bestand um eine feministische Position. Sie sind gleichzeitig Auftrag, die Dinge besser zu machen.“

Regina Selter
Direktorin des Museum Ostwall

Wir verstehen die MO_Sammlung als Sammlung der Dortmunder*innen und als DNA unserer Museumsarbeit. [...] Ein besonderer Fokus liegt darauf, globale Positionen sowie die Arbeit von Künstlerinnen sichtbarer zu machen.

Die Ausstellung wurde von MO_Sammlungsleiterin Dr. Nicole Grothe gemeinsam mit Volontärin Clara Niermann kuratiert. Die für die Ausstellung ausgewählten Plakate des Künstlerinnenkollektivs machen faire Löhne in Kunstinstitutionen ebenso zum Thema wie die ungleiche Behandlung von Künstlerinnen und Künstlern durch Museen und Galerien.

Sie kritisieren gesellschaftliche Machtverhältnisse und entwerfen schließlich ein eigenes Manifest als Handlungsanleitung für Kunstmuseen.

Ausstellung und Rahmenprogramm

zur Veranstaltung MO_Schaufenster #41: "It’s not democracy without feminism."
Zwei Personen mit Gorilla-Masken stehen vor einer Graffiti-Mauer
Bild: Katie Booth

11 Termine

Mi 21. Januar 2026
11:00 bis 18:00 Uhr

Museum Ostwall im Dortmunder U

MO_Schaufenster #41: "It’s not democracy without feminism."
LSBTIQ* Frauen

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