Kunst Aus(leihe) Dortmund
Seit den 1950er Jahren hat die Stadt Dortmund eine bedeutende Sammlung von Kunstwerken und -objekten von Dortmunder Künstler*innen aufgebaut. Ziel dieser Sammlung ist es, die kreative Vielfalt und die große Schaffenskraft der Kunstszene Dortmunds zu bewahren, zu dokumentieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im September 2022 wurde die
Die
Die Kunst Aus(leihe) Dortmund ist immer dienstags von 10:00 bis 19:00 Uhr in der
Entdecken Sie die Sammlung der Stadt Dortmund
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Informationen zum städtischen Kunstankauf des Kulturbüros Dortmund
Kunst für die Dortmunder Stadtgesellschaft: Von der städtischen Kunstsammlung zur Kunst Aus(leihe) Dortmund
Die Entstehung des städtischen Kunstarchivs
Seit 1950 werden von der Stadt Dortmund Kunstwerke von in Dortmund ansässigen Künstler*innen angekauft und gesammelt. Für diesen Ankauf ist seit Beginn das jetzige Kulturbüro und damalige Kulturamt der Stadt Dortmund zuständig. Dafür werden finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, die für den Erwerb von Kunstwerken ortsansässiger Künstler*innen vorgesehen sind. Eine Kommission, bestehend aus Mitgliedern des Ausschusses für Kultur, Sport und Freizeit sowie Kunstexpert*innen wählt im Rahmen eines jährlich stattfindenden Kunstankaufs unter den eingereichten Werken aus.
Der
Unter diesen bis Ende des 20. Jahrhunderts von der Stadt Dortmund angekauften Werken waren sowohl malerische und zeichnerische Arbeiten als auch skulpturale Objekte. Als Gesamtüberblick präsentierten die gesammelten Werke schon in ihren Anfängen die Vielfalt unterschiedlicher Kunstrichtungen, in welchen sich die Dortmunder Künstler*innen ausdrückten. Die Sammlung zog mehrmals mit dem Kulturbüro um und wurde fortwährend von dortigen Mitarbeitenden betreut.
In den Anfangsjahren der städtischen Sammlung wurden ebenfalls Werke von mit Dortmund durch Leben und Werk verbundenen Künstler*innen in den Bestand aufgenommen. Der durch den jährlichen Ankauf wachsende städtische Kunstbestand wurde zu dieser Zeit auch angereichert durch Werke, die im Rahmen von Auslandkulturtagen, durch Städtepartnerschaften oder Schenkungen in den Besitz der Stadt gelangten. Heute besteht die Sammlung vorwiegend aus Werken Dortmunder Künstler*innen, die das kreative Schaffen der Ruhrgebietsstadt spiegeln. Dennoch finden sich auch einige wenige Werke auswertiger Künstler*innen im städtischen Bestand.
Im Mai 1990 wurde für die Bewahrung, Dokumentation und Instandhaltung das sogenannte Kunstarchiv der Stadt Dortmund gegründet und erstmalig mit einer eigenen Projektstelle besetzt. Nach einer Bestandsaufnahme und systematischen Neuordnung befanden sich im Jahr 1993 2.864 Kunstwerke im Besitz der Stadt Dortmund. Als Abschluss des Projekts der Umstrukturierung präsentierte das Kulturbüro der Stadt Dortmund 1995 erstmalig eine exemplarische Auswahl der angekauften Werke in Form einer Ausstellung. Dies bot Kunstinteressierten eine Einsicht in das Schaffen Dortmunder Künstler*innen. Unter dem Titel „Einblicke – 45 Jahre städtischer Kunstankauf“ wurden Werke der Sammlung im Dortmunder Rathaus gezeigt. Die Resonanz bot den Anlass dazu, dieses Format zur 55-Jahr-Feier des städtischen Kunstankaufs im Jahr 2006 in der städtischen Galerie im Torhaus Rombergpark zu wiederholen. Dabei wurde eine Auswahl der nun knapp 3.500 Werke aus dem Bestand der Öffentlichkeit präsentiert. Seitdem werden bis heute die Neuankäufe der Stadt Dortmund, die im Rahmen des jährlich stattfindenden Kunstankaufs erworben werden, im Anschluss öffentlich ausgestellt. Die lange Zeit im
Zur Entstehung der Kunst Aus(leihe) Dortmund
Der Erwerb von Kunstwerken durch die Stadt bot seit den 1990ern – anfänglich nur als positiver Nebeneffekt betrachtet – städtischen Mitarbeitenden die Möglichkeit Kunstwerke von Dortmunder Künstler*innen für ihre Diensträume zu entleihen. Das Ausstellen Dortmunder Kunstwerke in den städtischen Behörden und Büroflächen sollte den Kunstobjekten und ihren Erschaffer*innen mehr Sichtbarkeit verleihen sowie die Verbundenheit mit der Stadt und ihrer Kultur aufzeigen. Auch diente es der Dekoration der Arbeitsumgebung.
Durch die rege Nutzung dieser Möglichkeit rückte der Aspekt des Ausleihens und Präsentierens der künstlerischen Arbeiten stärker in den Vordergrund der Sammlungs- und Archivarbeit. Obwohl das Konzept der Ausleihe einst nur städtischen Mitarbeitenden und nur für die Nutzung in Diensträumen vorbehalten war, kann dies als früher und erster Schritt zur Öffnung des Kunstarchivs angesehen werden. 2016 wurde deutlich, dass diese stadtinterne Ausleihe aufgrund der unbefristeten Zeitspanne der Leihnahme, der entsprechend langen Ausleihdauern und den wechselnden Ansprechpartner*innen Problematiken in der Sicherstellung der Verortung einiger Kunstwerke nach sich zog. Eine vollständige Inventur und Standortüberprüfung mit Hilfe einer digitalen Datenbank bildeten den Grundstein der EDV-basierten Erfassung der Bestände des Kunstarchivs. Diese wurden durch umfangreiche Nacharbeit und intensive Standorterfassungen zwischen 2019 und 2021 geprüft und von Unstimmigkeiten bereinigt, sodass 2022 nach einem Ratsbeschluss die Angliederung an das professionelle, städtische Bibliotheksystem umgesetzt werden konnte. Die Kunstwerke wurden der Datenbank der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund hinzugefügt und das System der Ausleihe dem der Artothek der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund angeglichen.
Mit Abschluss dieses Angleichungsprozesses ging im September 2022 die Öffnung der Ausleihmöglichkeit für alle Bürger*innen einher: Das Kulturbüro der Stadt Dortmund rief die
Mit Beginn des Jahres 2025 fand eine weitere Öffnung der Leihe statt: Das Projekt
Von dem großen Bestand der
AusleihBar
Hier auf der Webseite präsentiert die AusleihBar ausgewählte Werke der städtischen Kunstsammlung und macht die Vielfalt der Dortmunder Kunstszene auch digital sichtbar. Unsere monatlich wechselnde Auswahl lädt Sie ein, Kunstwerke der Kunst Aus(leihe) zu entdecken, mehr über die Künstler*innen zu erfahren und neue Inspiration zu gewinnen.
Alle hier präsentierten Werke sind für eine begrenzte Zeit von drei bis maximal zwölf Monaten über das Katalogsystem OPAC ausleihbar.
Karl-Ulrich Peisker
Karl Ulrich Peisker wurde 1940 im damaligen Königsberg in Preußen – heute Kaliningrad in Russland – geboren und studierte zwischen 1964 und 1968 an der Werkkunstschule in Dortmund Grafikdesign, Fotografie und Kunsterziehung. Im Anschluss ging er rund 30 Jahre einer Lehrtätigkeit im Fach Kunsterziehung an einem Dortmunder Gymnasium nach. Seit 1998 präsentiert er seine künstlerischen Werke in Einzel- und Gruppenausstellungen. Peisker ist Ehrenmitglied des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler Westfalen e.V. und war hier sowohl als Geschäftsleitung, als auch im Vorstand aktiv.1 Von 2005 bis 2019 war er Vorstandsmitglied im Landesverband des BBK-NRW in Köln und gleichzeitig Redaktionsmitglied im "Kunstkurier". Er ist Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Duktus 06“2 und war in der Organisation der „BIG gallery“ tätig, die 2025 in den Räumlichkeiten des RWE-Towers am Freistuhl 7 unter dem Namen „Der Ort“ neu eröffnete.3
Peisker arbeitet in seinen künstlerischen Werken meist fotografisch. Stilistisch lassen sich seine Werke in die Tradition der konstruktiven Kunst einordnen, bewegen sich aber auch im Feld der experimentellen Fotografie. Seine Arbeiten verbinden konstruktive Klarheit auch mit dem prozessualen Charakter des Arbeitens in der Dunkelkammer und dem Computer. Mittels fotochemischer Verfahren, bei denen das Bild nicht durch den Einsatz einer Kamera, sondern durch das Malen mit Entwickler- und Fixierflüssigkeit auf Fotopapier entsteht oder im Experiment mit bildlichen Überlagerungen und Scannen von Flächen, entstehen neuartige Verschleierungen und Abstraktionen der Realität. Durch die Reduktion und Abstraktion in vielen seiner Werke tritt somit die klare Linienführung und jeweilige Farbgebung der Arbeit in den Vordergrund und schafft autonome Bildräume.
Quellen
1 Vgl.
2 Vgl. Ebd.
3 Vgl.
Julia Steinberg
Die 1956 in Münster geborene Künstlerin Julia Steinberg studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, Abteilung Münster, und schloss das Studium als Meisterschülerin von Prof. Norbert Tadeusz 1983 ab. Heute lebt und arbeitet sie in Dortmund und Berlin.1
Seit 1984 stellt sie ihre farbintensiven Malereien, Druckgrafiken, Zeichnungen und Objekte, die hauptsächlich in ihren Dortmunder Atelier entstehen, regelmäßig in Gruppen- und Einzelausstellungen aus.2
Steinbergs bevorzugte Bildthemen sind „Landschaften, stillebenartige Arrangements oder Architekturstücke“.3 Die oftmals sehr vertraut wirkenden Motive werden in kräftigen Farben und stark reduzierten Formen umgesetzt, wodurch sie den Betrachtenden eine neue Perspektive auf bekannt wirkende Sujets ermöglichen sollen.4
Das hier gezeigte Werk „Nächtliche Landschaft mit Mond “ ist ein Linolschnitt von 1997 und Teil der gleichnamigen Serie, die insgesamt zwanzig Drucke umfasst. Bereits hier ist die Handschrift der Künstlerin deutlich erkennbar und verweist auf ihr gegenwärtiges Schaffen. Durch innerflächige Farbverläufe erschafft sie eine der Fläche inhärente Tiefenwahrnehmung. Diese in erster Linie für die Leinwandarbeit charakteristische Vorgehensweise findet, zumindest teilweise, in den grafischen Werken der Künstlerin ein Pendant. Damit entsteht eine enge Korrespondenz zwischen Malerei und Grafik, die beide nicht nur als autonome Ausdrucksformen, sondern als komplementäre Teile des künstlerischen Erzählens Steinbergs erscheinen und verstanden werden können.
Quellen
1 Vgl.
2 Vgl.
3 Vgl.
4 Vgl.
Birgit Brinkmann-Grempel
Birgit Brinkmann-Grempel (*1966) absolvierte 1986 eine Berufsausbildung zur Fotografin und ist seit 1990 als freiberufliche Fotografin tätig.1 Dabei arbeitete sie viele Jahre mit ihrem Vater zusammen, mit dem sie die Leidenschaft der Industriefotografie teilte.2 Von 1997 bis 2001 studierte sie an der „Freien Akademie der bildenden Künste“ in Essen und war anschließend Meisterschülerin bei Stephan Schneider.3 Zuletzt waren aktuelle Arbeiten der Künstlerin etwa im Rahmen ihrer Einzelausstellung „Umarmung der Natur“ in der Städtischen Galerie Torhaus Rombergpark zu sehen.4
Die Werke Brinkmann-Grempels bilden ein feines Gleichgewicht zwischen Realismus und Abstraktion, deren Ausgangspunkt oft fotografische Eindrücke oder Naturstrukturen sind.5 Daraus entwickelt sie grafisch anmutende Abstraktionen, durch die sie Kompositionen schafft, in denen die Struktur selbst, Linienführung und Farbflächen eine gleichberechtigte Rolle spielen.6 Material und Technik sind dabei zentrale Akteure für die Werkwirkung ihres motivischen Arbeitens: Sie arbeitet häufig mit Acryl- oder Plexiglas, Holz oder Stoff als Bildträger. Siebdruck eigener Fotografien gehört ebenso zu ihrem Repertoire wie traditionelle malerische und grafische Verfahren.7 Die hintereinander gestaffelten, meist transparenten Bildträger erzeugen im Zusammenspiel von Lichteinfall und Schatten eine besondere Tiefenräumlichkeit, die viele ihrer Arbeiten prägt.Thematisch suchen ihre Werke Ruhezonen und eröffnen emotionale Räume. Klassische Landschaft und Natur sind ebenso Inspirationsquelle8 wie die industrielle Landschaft.9 Sie werden aber nicht direkt abgebildet, sondern als Stimmungen und Zwischenräume inszeniert, in denen Realität, fotografische oder realistische Elemente, und Illusion, abstrakte Farbflächen, transparente Ebenen, ineinandergreifen.10 Der Blick der Betrachtenden wird somit auf das Sehen selbst gerichtet: auf Perspektive, Licht, Schatten, Schichtung und auf die Zerbrechlichkeit durch die Materialität.11
Quellen
1 Vgl.
2 Vgl.
3 Vgl.
4 Vgl.
5 Vgl.
6 Vgl. Ebd.
7 Vgl.
8 Vgl.
9 Vgl.
10 Vgl.
11 Vgl.
12 Vgl.
Bilderstrecke: Eröffnung der Kunst Aus(leihe) Dortmund am 20.09.2022
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Infos
Informationen zum Dortmunder Comic-Preis, der durch die Stadt Dortmund vergeben wird.
Informationen zum Projekt EIN BLICK in Dortmunder Kunst.
Informationen zur Kunst Aus(leihe) Galerie auf Zeit
Informationen zu Freie Kulturzentren in Dortmund.
Informationen zur Kunst Aus(leihe) für Privaträume
Informationen und Angebote zur Kommunalen Koordinierung Kulturelle Bildung in Dortmund.
Informationen zu Städtischer Kunstankauf der Kulturbüros in Dortmund.
Informationen zu Kulturkitas & Aufzählung der Einrichtungen in Dortmund
Informationen und Angebote kultureller Bildungseinrichtungen in Dortmund
Informationen und Angebote zu kultureller Bildung in Dortmund
Informationen zum Projekt Grafik aus Dortmund des Kulturbüros.