Ergebnis der Beteiligung
1.000 Ideen für die Kampstraße
Die Kampstraße bekommt ein neues Gesicht. Und dieses Gesicht prägen die Dortmunder* innen selbst: Mehr als 1.000 Kommentare und Ideen haben sie in einem breit angelegten Beteiligungsverfahren eingebracht.
„Die Kampstraße scheint ein Sehnsuchtsort zu sein für alle Dinge, die man in der Stadt vermisst“, sagt Arnulf Rybicki, Dezernent für Bauen und Infrastruktur der Stadt Dortmund. Und das sind unter anderem Bäume und Wasser, konsumfreie Aufenthaltsorte für alle Generationen und für Menschen mit und ohne Behinderung. Und es sind sichere Orte – frei von aggressiv bettelnden Menschen. Orte, an denen sich Radfahrende und Fußgänger*innen friedlich den Raum teilen. Orte, die angenehm und gut beleuchtet sind. Dazu gehören auch kleine Cafés, Bistros und Weinbars mit Außenbereichen oder temporären Angeboten wie Pop-up-Biergärten. Auch die Kleinsten unter den Dortmunder*innen wurden gehört. Sie wünschen sich spannende Spielgeräte und die Rückkehr der beliebten Riesenschaukel, die einst die Kampstraße in Schwingungen versetzte.
Ein Quell an Ideen und Vorschlägen
Die Ergebnisse zeigen auch: Die Dortmunder* innen sehen realistisch, dass die City nicht allein dem Konsum vorbehalten sein sollte, dass in Zeiten des Onlinehandels die alleinige Ansiedlung neuer Modegeschäfte keine Zukunft hat und dass angesichts des Klimawandels Bäume, Versickerungsflächen und Trinkwasserbrunnen an Bedeutung gewinnen. Der Bereich der City zwischen der Stadtbahnhaltestelle Reinoldikirche und dem Petrikirchhof soll nach Wunsch der Dortmunder*innen ein Ort zum Entschleunigen werden – als Treffpunkt und Oase im hektischen Alltag, als Pausenort, als Kultur- und Gastronomiemeile. Auch die an der Kampstraße ansässigen Unternehmen folgen diesem Trend. So will die Sparkasse ihr Gebäude in den nächsten Jahren umgestalten. Mit neuen Nutzungen und einer Aktivierung der Erdgeschosszone möchte das kommunale Finanzinstitut einen Beitrag zur Belebung der Kampstraße leisten.
Stefan Szuggat, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen der Stadt Dortmund, sieht die Menge der Ideen positiv: „Der Beteiligungsprozess RE:START Kampstraße eröffnet uns die Möglichkeit, diesen zentralen öffentlichen Raum mit möglichst vielen Interessierten zu einem gestalteten Stadtraum mit Aufenthaltswert und Anziehungskraft zu entwickeln.“
Was bisher geschah
Die Stadtplaner*innen nennen das, was jetzt vorliegt, die „Kampstraßen-DNA“. Sie ist Ergebnis unterschiedlicher Beteiligungsformate: Beim Stadtfest Dortbunt, bei themenspezifischen Spaziergängen, den KAMP:WALKS, bei Gesprächen mit Schlüsselpersonen unter anderem beim Immobiliendialog, im Rahmen von Workshops zu Belangen des Rad- und Fußverkehrs, während verwaltungsinterner Veranstaltungen sowie über die digitale Beteiligungsplattform PLAN-PORTAL hatten Menschen aus Dortmund die Möglichkeit, ihre Vorstellungen einzubringen.
Auch beim regelmäßigen Forum Stadtbaukultur war die Kampstraße Thema. So fand auch der externe Blick von Fachexperten wie Professor Dr. Steffen de Rudder von der Bauhaus-Universität Weimar Berücksichtigung.
Wie es weitergeht
Alle Aussagen, Kommentare und Vorschläge wurden gesammelt, ausgewertet und geprüft, Trends identifiziert und Mehrfachnennungen berücksichtigt. Die Beiträge sind nun ein wichtiger Baustein für den folgenden Planungsprozess, auch wenn einzelne Vorschläge nicht bindend sind für die spätere Umgestaltung.
Eine Dokumentation des Prozesses wird den Planungsbüros zur Verfügung gestellt, die an der europaweiten zweistufigen Ausschreibung teilnehmen.
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