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Viele städtische Stellen beteiligt

Wer die Weihnachtsstadt zum Leuchten bringt

Rund 2,5 Millionen Menschen besuchten 2024 die Weihnachtsstadt Dortmund. Sie kamen aus Großbritannien, den Beneluxländern und natürlich aus Dortmund und der Region. „Die Zahl der ausländischen Besucher*innen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen“, sagt Veranstalter Patrick Arens. „Seit der UEFA EURO 2024 kommen sogar zunehmend Gäste aus Spanien.“

Offensichtlich locken sie Berichte über die Gastfreundschaft in Dortmund und den größten Weihnachtsbaum der Welt, so der Vorsitzende des Schaustellervereins Rote Erde. Er beauftragt seit einigen Jahren ein Fachunternehmen, das Besucher*innenzahlen erhebt und qualifiziert. Auch wenn die Rede von einem „Baum“ Interpretationssache ist – es handelt sich schließlich um ein 45 Meter hohes monumentales Gesteck aus rund 1.700 eigens dafür gezüchteten Rotfichten –, so ist der große Weihnachtsbaum unbestritten der Hingucker und Anziehungspunkt.

Allein der Aufbau ist eine Ingenieursleistung, die ihresgleichen sucht. Die Dortmunder Gerüstbaufirma C.O. Weise GmbH & Co. KG errichtet den Weihnachtsbaum seit 1996. 28 Tage hat es auch dieses Jahr wieder gedauert, bis der Baum nach der Grundsteinlegung im vollen Glanz erstrahlte.

Der Dortmunder Weihnachtsbaum, 2,5 Millionen Besuchende, 260 Marktbuden, Veranstaltungen wie das große Weihnachtssingen auf dem Hansaplatz und ein umfangreiches Kinderprogramm – dahinter stecken eine aufwendige Logistik und ein ausgefeiltes Konzept für Sauberkeit und Sicherheit. Welchen Anteil haben kommunale Unternehmen und städtische Fachstellen am Erfolg? Was bringt die Weihnachtsstadt der Stadt? DO! City hat hinter die Kulissen geschaut.

Ein Mann arbeitet in einem Lager mit Hochregalen an einem großen, liegenden Engel aus Metall.
Bild: Benito Barajas
Karsten Weise putzt den Engel für den großen Weihnachtsbaum heraus. Seit 1996 verantwortet sein Gerüstbauunternehmen den Aufbau – für Weise „ein Herzensprojekt“.
Bild: Benito Barajas

Am 20. November 2025 hat die Weihnachtsstadt offiziell ihre Tore geöffnet, seit dem 24. November leuchtet auch der Baum. Seitdem strömen große und kleine Menschen in Dortmunds City – zum Stöbern, Schnuppern und Staunen. Mit viel „Ohs“ und „Ahs“ bewundern sie den größten Weihnachtsbaum der Welt.

Selfie-Alarm aus allen Richtungen! Patrick Arens, Vorsitzender des Schaustellervereins Rote Erde, erklärt: „Wir arbeiten erneut mit einem Lichtgitter aus 138.000 LEDs, zusätzlich gibt es dieses Jahr jedoch auch weihnachtliche Schmuckelemente und oben an der Spitze schwebt der beliebte Engel.“ An den rund 260 Marktbuden gibt es möglichst viel Handgemachtes, aber natürlich auch weihnachtliche Leckereien und Glühwein in allen Variationen.

Auch wenn der große Dortmunder Weihnachtsbaum extrem standfest ist, gilt er verwaltungstechnisch als „fliegender Bau“. Felicitas Elsner, Leiterin der Bauaufsicht und stellvertretende Leiterin des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes, verantwortet die Abnahme der Weihnachtsstadt und somit auch des Baums. Elsner: „Mit bis zu vier Personen kümmert sich das Team der Sonderbauaufsicht darum, dass die Weihnachtsstadt baurechtliche Vorschriften und Anforderungen einhält. Oberstes Gebot ist der Schutz für Besuchende und Passant*innen.“

So ist für Verkaufsstände und Fahrgeschäfte ab einer bestimmten Größe, für mehrstöckige Glühweinstände zum Beispiel und den Weihnachtsbaum, ein Prüfbuch erforderlich. Das ist einem Fahrzeugbrief vergleichbar, dessen Verlängerung regelmäßig von der Bauaufsicht genehmigt werden muss. Stimmen Statik und Lasten? Haben Gewicht und Höhe Auswirkungen auf die darunter liegende Tiefgaragendecke? Beim Weihnachtsbaum erfolgt darüber hinaus eine TÜV-Abnahme.

Im ämterübergreifenden Arbeitskreis Großveranstaltungen stimmt das Team der Bauaufsicht mit Kolleg*innen der anderen Fachbereiche von Feuerwehr, Tiefbauamt, Ordnungsamt und Polizei das Sicherheitskonzept für die Weihnachtsstadt ab. Sie prüfen zum Beispiel die Abstände, die Verkaufsstände zu angrenzenden Gebäuden einhalten müssen, um den Brandschutz sicherzustellen.

Mehr als Brandschutz

Brandschutz ist das Stichwort: Für die Dortmunder Feuerwehr ist die Weihnachtsstadt fester Bestandteil im Kalender sich jährlich wiederholender Großveranstaltungen. „Wir begleiten Aufbau und Durchführung mit einer speziellen Einsatzplanung, in die verschiedene Abteilungen eingebunden sind“, sagt Matthias Kleinhans von der Feuerwehr Dortmund. Planungen und Prüfungen beginnen bereits im Oktober und durchlaufen mehrere Zyklen.

„Von der Abteilung Technische Infrastruktur erfolgt vor der Gesamtabnahme der Weihnachtsstadt noch die Abnahme der Brandmeldeund Löschanlage des Weihnachtsbaumes“, erläutert Kleinhans. „Die Abteilung Öffentliche Infrastruktur nimmt dann die Flächen für die Weihnachtsstadt ab. Eine weitere Abteilung erstellt die Einsatzplanung. Dabei geht es darum, alle relevanten Informationen kurz und knapp für die Einsatzkräfte von Leitstelle, Feuerwehr und Rettungsdienst zusammenzufassen – mit grafischen Übersichten und Karten.“

Unbeschwerter Genuss

Eine Gruppe von Menschen in Winterkleidung vor dem größten Weihnachtsbaum der Welt.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
2,5 Millionen Menschen besuchten 2024 die Weihnachtsstadt, auch dieses Jahr erwarten die Organisator*innen wieder viele Besucher*innen.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Damit Besuchende die besondere Atmosphäre der Dortmunder Weihnachtsstadt unbeschwert genießen können, sind nicht nur uniformierte Streifenkräfte des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD), sondern auch Mitarbeitende in Zivil unterwegs. An den besonders gut besuchten Samstagen verstärken zusätzliche Teams des Vollzugs- und Ermittlungsdienstes den Einsatz. Auch die Verkehrsüberwachung fährt ihre Kontrollen hoch. Wie in den vergangenen Jahren ist die Polizei mit ihrer Mobilen Wache vor der Reinoldikirche präsent. Dort finden Bürger*innen Ansprechpersonen des KOD, ebenso wie in der Citywache am Brüderweg 6–8, die an allen Adventssonntagen geöffnet ist.

Hauptaufgabe des KOD sei es, Störungen frühzeitig zu erkennen und gar nicht erst groß werden zu lassen, so Stadtsprecher Christian Stein. Die Frauen und Männer in den blauen Uniformen sehen sich als Partner*innen: für Gäste aus dem Ausland, die Orientierung suchen, für Eltern, die ihre Kinder vermissen, und bei vielen kleinen und großen Problemen im Trubel der City.

Sauberkeit über Nacht

Wenn die Weihnachtsstadt um 21 Uhr abends schließt, schwärmen die neongelben Engel der EDG Entsorgung Dortmund GmbH aus. Zudem sorgt die EDG tagsüber mit zusätzlichen Kräften und Entsorgungsmöglichkeiten dafür, dass der Besuch ein glanzvolles Erlebnis bleibt. Joana Menzel, EDG-Sprecherin: „Die Weihnachtsstadt in Zahlen: Das sind aus Sicht der EDG 15 weitere Papierkörbe an stark frequentierten Standorten, 105 unserer 1.100-Liter- Container für die Abfälle der Stände sowie zusätzliche Pressen für Papier und Container für Glas. Rund 120 Tonnen gemischte Abfälle fallen während der Weihnachtszeit zusätzlich in der City an.“

Schnell ans Ziel

Auch die Dortmunder Verkehrsbetriebe (DSW21) stellen sich in der Vorweihnachtszeit auf die zahlreichen Besucher*innen ein, die in die Stadt strömen. „Da im November und Dezember verschiedene Großveranstaltungen wie Heimspiele des BVB und die Frauen-Handball- WM hinzukommen, rollt an vielen Tagen alles, was Räder hat“, sagt DSW21-Sprecherin Britta Heydenbluth. Fast alle Stadtbahnlinien fahren montags bis samstags bis circa 20 Uhr im 10-Minuten-Takt, die U43 zwischen Stadtmitte und Brackel dann sogar im 5-Minuten- Takt.

Bis in die späten Abendstunden setzt DSW21 zudem Zwei-Wagen-Züge oder längere Stadtbahnen ein. Die Bahnen rollen darüber hinaus auch am verkaufsoffenen Sonntag, der zur Weihnachtsstadt traditionell dazugehört. Die City-Marketing-Gesellschaft (CMG) hat ihn in diesem Jahr für den 7. Dezember (13 bis 18 Uhr) angemeldet.

Ein Plus für Hotellerie und Handel

„Die Weihnachtsstadt zeigt Dortmund als offene, moderne und gastfreundliche Metropole, die Tradition und Innovation verbindet“, fasst Melina Kosar, Bereichsleiterin Stadtmarketing bei der Stadt Dortmund, zusammen. Die Marketingfachfrau weiß um den Wert solcher Feste für das Image einer Stadt. Deshalb begleitet das Stadtmarketing den Schaustellerverein aktiv bei der Bewerbung auf regionaler, überregionaler und internationaler Ebene.

Ein Groß-Event wie die Weihnachtsstadt erzeugt einen erheblichen wirtschaftlichen Mehrwert, weit über direkte Einnahmen hinaus. Kommen so viele zusätzliche Gäste in die City, gehen sie in der Regel auch shoppen, kehren in Gastronomien ein, übernachten in Dortmund oder verbinden ihren Aufenthalt mit einem Museumsbesuch. Frank Gutzmerow von der Wirtschaftsförderung Dortmund ergänzt: „Neben den genannten Branchen profitieren übrigens auch viele Dienstleister, zum Beispiel das Taxigewerbe.“

Um die positiven Effekte noch mehr abzuschöpfen, setzen manche Städte auf einen früheren Start ihres Weihnachtsmarktes oder verlängern ihn als Neujahrsmarkt bis Mitte Januar. Wäre das auch etwas für Dortmund? Gutzmerow vertraut bei dieser Frage der Expertise der Veranstalter: „Die wissen am besten, welcher Zeitraum am sinnvollsten ist. Wenn Vor- oder Nachspielzeit gewünscht sind, unterstützen wir das gerne.“ Die Dortmunder Weihnachtsstadt versüßt auf jeden Fall die gesamte Adventszeit – und das schmeckt Dortmunder*innen und Gästen gleichermaßen.

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