Mehr Betten und mehr Gäste
Hotel-Boom in der City
Die Vielfalt an Hotels in der Dortmunder City wächst. Für jeden Geldbeutel gibt es eine ansprechende Unterkunft: Ob hippes Stadthotel, ob spektakulär renoviertes Designhotel im denkmalgeschützten Gesundheitshaus oder solide Unterkunft im traditionsreichen Familien-Unternehmen in Bahnhofsnähe – in Dortmund kann man gut unterkommen.
Hauptsächlich übernachten Geschäftsreisende in Dortmund, aber der Anteil an touristisch motivierten Gästen wächst. „Wir schaffen und fördern möglichst viele Anlässe für einen Dortmund-Trip“, sagt Jennifer Rickers, Fachbereichsleiterin Marketing + Kommunikation der Stadt Dortmund. Derzeit wird mit der Internationalen Gartenausstellung IGA 2027 das nächste Groß- Event intensiv vorbereitet. Zwei Jahre später, 2029, könnte die Frauen-Fußball-EM (WEURO) die Menschen nach Dortmund locken – die Bewerbung dafür läuft. Ab 2026 werden auch die Deutschen Meisterschaften im Beachvolleyball in Dortmund ausgetragen.
Belebung für die Innenstadt
Die Dortmunder City ist der bevorzugte Standort für Hotelbetriebe. Verkehrsanbindungen, aber auch die vielfältigen Angebote im direkten Umfeld sind ein gutes Argument beim Buhlen um Gäste. Shopping, der Besuch einer urigen Hausbrauerei oder des angesagten Bergmann-Kiosks, ein Museums- oder Theaterbesuch – davon erzählen Gäste gern zuhause. Ein Werbeeffekt, der unbezahlbar ist.
„Nicht nur die wirtschaftlichen Impulse sind mit einem Rekordergebnis von über 1,5 Millionen Hotelübernachtungen im Jahr 2024 erfreulich. Die Neunutzung von alten Gebäuden bereichert auch die städtebauliche Innenstadtentwicklung“, sagt Heike Marzen, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Dortmund, die den Hotelmarkt genau beobachtet.
Die Hotels und ihre Gäste beleben die City – und viele Dortmunder*innen schätzen umgekehrt die Hotels. Treffen mit Freund*innen auf einen Mocktail in der schicken Hotelbar werden zunehmend beliebter. Daher öffnen sich einige Hotels inzwischen auch für Nicht- Gäste. Auf diesen Trend sattelt auch die Initiative „72 – Barkultur Dortmund“ auf. Hoteliers und professionelle Bartender möchten die echte Cocktail-Kultur wiederbeleben und den Dortmunder*innen regelmäßig gute Erlebnisse in den Hotelbars schenken.
Business-Reise oder Event-Besuch
Dortmund ist bislang kein klassisches Ziel für Städtereisen. Die meisten Gäste – circa 60 Prozent – kommen, um hier Geschäfte zu machen. Sie besuchen Messen, Kongresse oder Tagungen. Der Fußball zieht internationale Gäste in die Stadt, Kulturfreund*innen kommen für einen Besuch im Konzerthaus oder Theater, im Dortmunder U, bei Phoenix des Lumières oder in einem der zahlreichen Museen. Ausgebucht sind fast alle City-Hotels zum Jahresende: Die Weihnachtsstadt zieht vor allem viele Gäste aus den Niederlanden und aus Großbritannien an.
Der Hotelmarkt in der City bietet mittelständische, familiengeführte Häuser wie das Hotel Esplanade am Burgwall, das 2007 umfassend erweitert wurde und 2020 eine neue Fassade bekam. Dazu kommen Franchise-Unternehmen und Hotelketten großer und kleiner Marken.
Vom Hostel über das Boutique-Hotel bis zum Business-Hotel reicht das Spektrum innerhalb des Wallrings. „Bei den familiengeführten Hotels sind wir oft selbst in intensivem Kontakt mit den Gästen“, sagt Katja Kortmann vom Hotel Esplanade. „Wir kennen unser Dortmund wie unsere Westentasche und haben deshalb die besten Tipps auf Lager. Das macht neben den individuellen Zimmern schon einen Teil der persönlichen und authentischen Atmosphäre bei uns aus.“ Von ihrer Heimatstadt ist Kortmann fest überzeugt: „Dortmund ist das Berlin des Ruhrgebiets – eine Stadt, die den urbanen Puls einer Metropole mit der herzlichen Bodenständigkeit eines Dorfes vereint.“
Außergewöhnliche Gastfreundschaft können Besucher*innen auch im einzigen Integrationshotel der Stadt genießen: im NeuHaus in der Agnes-Neuhaus-Straße. Die 22 Zimmer bewirtschaften Menschen mit und ohne Behinderungen. Mit viel Herz und besonderen Fähigkeiten wollen sie eine Atmosphäre der Achtsamkeit und Aufmerksamkeit schaffen. Dahinter steht das Sozialwerk St. Georg.
Zuwachs von 1.200 Betten in zehn Jahren
In den vergangenen zehn Jahren kamen über 1.200 Hotelzimmer in der City dazu. Ein Überblick:
- 2023 eröffnete das Prize by Radisson an der Hövelstraße 8. Das Designhotel im denkmalgeschützten ehemaligen Gesundheitsamt hat 154 Zimmer.
- Das Moxy am Dortmunder U setzt vor allem auf Business- und Eventgäste. In der stylishen Lobby gibt es einen Coworking-Bereich. Mit dem Moxy kamen 191 Zimmer im Jahr 2022 dazu.
- Nebenan in der Anneliese-Kretschmer-Straße entstand parallel das Residence Inn mit 120 Zimmern.
- Im denkmalgeschützten Dortberghaus am Hauptbahnhof startete 2022 ein Intercity- Hotel. Das Haus an der Katharinenstraße ist mit 231 Zimmern, fünf Tagungsräumen, Restaurant sowie einer Bistro Lounge mit Bar und Terrasse derzeit das größte Hotel der Stadt. Geschäftsführer Christian Kaschner: „Dortmund ist viel mehr als ein reiner Industriestandort, sondern auch ein Universitätsstandort, ein Dienstleistungszentrum, ein Ort, an dem Kunst, Kultur und Sport leben. Die Stadt ist also ein idealer Standort für ein IntercityHotel.“
- Studierendenwohnheim und Hotel mit 118 Zimmern ist das Base Camp an der Kampstraße. Die Rooftop-Bar Baseology ist morgens Frühstücksraum für Hotelgäste und steht am Abend allen Dortmunder*innen offen.
- 2020 eröffnete das Leonardo-Hotel am Burgwall mit 190 Zimmern.Seit 2017 bietet die B&B-Kette am Burgwall 118 preiswerte und moderne Hotelzimmer.2018 eröffnete die Coffeeshop-Kette Coffee Fellows ein Hotel mit 65 Zimmern an der Schwarze-Brüder-Straße.
- 2017 übernahm das NYCE Hotel Dortmund nahe der Thier Galerie am Grafenhof ein früheres Familienhotel mit 55 Zimmern.
- Die inhabergeführte Hotelgruppe LivInn by Trotmannia eröffnete 2016 ein Haus am Königswall mit 45 Zimmern.
- Das Unique-Hotel in der alten Verwaltung des früheren Brau- und Brunnen-Konzerns mit seiner Casablanca Bar wird aktuell um 133 Zimmer erweitert, wird also bald doppelt so groß sein wie bisher.
Weitere Projekte in Planung
Und es sind weitere Hotelprojekte in der City in Planung. So ist die Kette Premier Inn Ankermieterin eines Grundstücks auf der Südseite des Dortmunder Hauptbahnhofes mit einer Brutto-Geschossfläche von über 21.000 Quadratmetern. Geplant ist dort ein Bürohochhaus mit 18 Stockwerken sowie ein Hotel mit mehr als 200 Zimmern.
Der Übernachtungstrend erreicht dabei auch Boardinghouses – also Apartments mit hotelähnlichen Leistungen – und die private Zimmervermietung. „Durch den Ausbau der vergangenen Jahre und angesichts der Projekte in der Pipeline ist aktuell nahezu von einer Sättigung auf dem Hotelmarkt auszugehen“, sagt Wirtschaftsförderin Heike Marzen. Allenfalls im Zwei-Sterne-Segment gebe es etwas Spielraum. „Die Übernachtungszahlen steigen jedoch weiterhin und deutlich an – in zwei, drei Jahren könnte es durchaus wieder einen Bedarf nach mehr Zimmern geben.“
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