Newsroom

Freizeit & Erholung

K(n)opfkino aus dem Botanischen Garten: Eisenhut - bei Genuss ist Schluss

In dem neuen Format „K(n)opfkino aus dem Botanischen Garten“ stellt Rombergpark-Direktor Dr. Knopf auf dortmund.de jeden Monat ein Pflanzen-Highlight aus seinem Riesenreich vor: Wissenswertes, Hintergründiges, Anekdotisches, Verblüffendes oder Praktisches über die Schönheiten der Natur.

Informationen zum Datenschutz von dortmund.de finden in der städtischen Datenschutzerklärung.

K(n)opfkino aus dem Botanischen Garten Rombergpark: die Pflanze des Monats November

Er ist der Chef von Dortmunds grünem Schatz: Seit zehn Jahren leitet Dr. Patrick Knopf (50) den Botanischen Garten Rombergpark, Deutschlands Nummer eins unter den botanischen Anlagen. Rund 1,2 Millionen Menschen pro Jahr besuchen den 69,2 Hektar (das sind 97 Fußballfelder!) großen Garten mit seinen über 100.000 Pflanzen und einer Vielfalt von 11.000 bis 12.000 Sorten und Arten. Rombergpark-Direktor Dr. Patrick Knopf selbst ist ein grüner Großmeister: Der gebürtige Aplerbecker hat erst Gärtner gelernt, später Botanik an den amerikanischen Elite-Unis Yale, Harvard sowie Berkeley studiert und gelehrt.

Ab sofort blüht uns was: Aus jedem Gewächs sprießt eine Geschichte, jede Staude ist eine Story. Zum Eisenhut, der Pflanze des Monats, hat sich Dr. Knopf von einem traurigen Thema im November inspirieren lassen: dem Tod. Denn für das gefährliche Gewächs gilt: Bei Genuss ist Schluss.

Die tödlichste Pflanze im gesamten Park

„Traditionell ist der graue Monat November eng mit dem Thema Tod verbunden, allein schon wegen der vielen Gedenkfeiertage, an denen wir an die Toten erinnern und Friedhöfe besuchen: Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Totensonntag. Deshalb habe ich mich diesmal für die tödlichste Pflanze entschieden, die wir im Botanischen Garten haben: den Eisenhut“, erklärt Dr. Knopf.

Der Eisenhut gehört wie die Butterblume oder der Rittersporn zu den Hahnenfußgewächsen. Hört sich alles erstmal harmlos an. Doch wenn man den Eisenhut verzehrt oder nur berührt ist gar nichts mehr in Butter. Dr. Knopf: „Im Eisenhut, lateinisch Aconitum, ist das sogenannte Aconitin enthalten, eines der stärksten Gifte, die wir im Pflanzenreich haben und die in unseren Hausgärten wachsen.

So wirkt das Gift des Eisenhuts

Wenn Gärtner*innen damit arbeiten, ziehen sie sich Handschuhe an, denn man kann sich schon an dem Pflanzensaft vergiften. Dieser geht tatsächlich durch die Haut. Es handelt sich um ein eiweißhaltiges, subkutan wirkendes Gift, das selbst leicht dosiert einen schmerzhaften Ausschlag hervorruft. Noch schlimmer ist der Verzehr: Ein Blatt von vielleicht drei, vier Gramm reicht aus, um bei einem erwachsenen gesunden Mann einen Atemstillstand zu verursachen.“

Dr. Knopf mit einer Eisenhut-Blüte.
Bild: Stadt Dortmund / Martin Baumeister
Bei Genuss ist Schluss: Dr. Knopf demonstriert pantomimisch die Folgen des Verzehrs von Eisenhut.
Bild: Stadt Dortmund / Martin Baumeister

Schon die Antike kannte Eisenhut

Aus jedem Gewächs sprießt eine Geschichte – das ist bei Dr. Knopf kein leeres Versprechen. Diesmal gibt’s eine Eisenhut-Expedition in die griechische Mythologie: „Viele kennen den bösartigen, dreiköpfigen, griechischen Höllenhund Zerberus, der die Unterwelt bewachte. Als er aus der Hölle ans Tageslicht kam, sabberte er herum, wie wir das auch von unseren einköpfigen Hunden kennen. Und aus dem ersten Tropfen seines Speichels soll der Eisenhut entstanden sein.“

Für alle, die den giftigen Eisenhut im Botanischen Garten mit oder Hund besuchen wollen, gilt: Nur gucken, nicht anfassen! Der Eisenhut mit seinem bezaubernden Blau ist einer der besten Spätherbst-Blüher. Man findet ihn im „Arthropoden-Garten“, benannt nach den Gliederfüßern (wissenschaftlich: Arthropoden). Dazu gehören die Insekten, aber auch Spinnen, Tausendfüßer und Krebstiere. Es ist also ein Garten für alle kleinen Krabbeltiere, die dort Futter und Unterschlupf finden. Der neue Garten befindet sich hinter dem Lehrbienenstand im Nordwesten des Rombergparks.

K(n)opfkino aus dem Botanischen Garten

Hier finden Sie alle Folgen unserer Serie.

Zum Thema

Am Sonntag, 24. November, zeigt Dr. Patrick Knopf, Direktor des Botanischen Gartens Rombergpark, die Rolle von Fabaceae-Giften in Kriminalfällen auf. Der Vortrag beginnt um 17 Uhr im Bildungsforum "Schule, Natur und Umwelt", Am Rombergpark 35a.

Dr. Knopf schildert historische und aktuelle Fälle, in denen Pflanzen gezielt als Gifte für Anschläge und Morde genutzt wurden. Er beleuchtet zudem ungewollte Vergiftungen, wie sie bei Haustieren durch Zimmerpflanzen vorkommen. Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden sind willkommen.

Umwelt, Nachhaltigkeit & Klimaschutz

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
zur Nachricht In Dortmund schrillen am Donnerstag wieder Sirenen und Handys In Dortmund schrillen am Donnerstag wieder Sirenen und Handys
Mi 11. März 2026
Ein Smartphone mit einer Warnmeldung wird auf dem Friedensplatz vor dem Rathaus gehalten.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
zur Nachricht Dortmund hebt Haushaltssperre auf: Sparkurs bleibt Dortmund hebt Haushaltssperre auf: Sparkurs bleibt
Di 10. März 2026
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
zur Nachricht Dortmund entscheidet über Olympia-Bewerbung: 440.000 Abstimmungsberechtigte erhalten ab 10. März ihre Unterlagen Dortmund entscheidet über Olympia-Bewerbung: 440.000 Abstimmungsberechtigte erhalten ab 10. März ihre Unterlagen
Mo 9. März 2026
Dein Ja zu Olympia
Bild: Land NRW
zur Nachricht Jubiläum: Seit 40 Jahren schützt das Umweltamt Natur, Klima und Lebensqualität Jubiläum: Seit 40 Jahren schützt das Umweltamt Natur, Klima und Lebensqualität
Mo 9. März 2026
Naturschutzgebiet am Lanstroper See. Menschen laufen auf einem Gehweg rechts vom See.
Bild: Stadt Dortmund / Stefanie Kleemann
zur Nachricht Großbaustelle auf Dortmunds Nord-Süd-Achse: B236 wird komplett saniert Großbaustelle auf Dortmunds Nord-Süd-Achse: B236 wird komplett saniert
Mo 9. März 2026
Baustellenabsperrung
Bild: Rainer Sturm / PIXELIO
zur Nachricht Kommt Free-Floating-Carsharing nach Dortmund? Kommt Free-Floating-Carsharing nach Dortmund?
Fr 6. März 2026
Verkehrsschild Carsharing Parkplätze
Bild: Niklas Kähler
zur Nachricht Vom Kohle- zum Start-up-Standort: Dortmund feiert 25 Jahre start2grow Vom Kohle- zum Start-up-Standort: Dortmund feiert 25 Jahre start2grow
Fr 6. März 2026
Siegerfoto start2grow 2022
Bild: Mielek
zur Nachricht Einfach, schnell, digital: Einbürgerungsantrag jetzt komplett online möglich Einfach, schnell, digital: Einbürgerungsantrag jetzt komplett online möglich
Do 5. März 2026
Eine Frau, die am Schreibtisch sitzt und in die Kamera lächelt. Im Vordergrund sitzen zwei Personen. Im Raum steht eine Kamera.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
zur Nachricht Neuer Service der EDG: Gebührenfreie Abholung von Altkleidern Neuer Service der EDG: Gebührenfreie Abholung von Altkleidern
Mi 4. März 2026
EDG setzt Anschaffung elektrisch angetriebener Fahrzeuge fort.
Bild: EDG
zur Nachricht Wettbewerb in Dortmund: Das ändert sich bei Taxi, Uber & Co Wettbewerb in Dortmund: Das ändert sich bei Taxi, Uber & Co
Mi 4. März 2026
Eine junge Frau steigt an der Reinoldikirche Dortmund in ein Taxi ein.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
zur Nachricht Lob in den höchsten Tönen: Dortmunder Opernhaus vor 60 Jahren eröffnet Lob in den höchsten Tönen: Dortmunder Opernhaus vor 60 Jahren eröffnet
Di 3. März 2026
Das Dortmunder Opernhaus in der 1960er Jahren.
Bild: Stadt Dortmund
zur Nachricht Tag der gesunden Ernährung: Dortmund stärkt gutes Essen im Alltag Tag der gesunden Ernährung: Dortmund stärkt gutes Essen im Alltag
Di 3. März 2026
Zwei Kinder kochen gemeinsam
Bild: Stephan Schütze
zur Nachricht Startschuss am Hafen: „Dortmund wird zum Zentrum für die Kunst der Zukunft“ Startschuss am Hafen: „Dortmund wird zum Zentrum für die Kunst der Zukunft“
Mo 2. März 2026
Eroeffnung des KI-Zentrums am Hafen.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
zur Nachricht Plumploris in Bangladesch ausgewildert Plumploris in Bangladesch ausgewildert
Mo 2. März 2026
Auswilderung eines Bengalischen Plumplori in Bangladesch mit Sendehalsband.
Bild: Plumploris e.V.
zur Nachricht Urban Trails – Gemeinsam das Ruhrgebiet neu entdecken Urban Trails – Gemeinsam das Ruhrgebiet neu entdecken
Fr 27. Februar 2026
Eine junge Frau schaut auf das Hafenamt in Dortmund.
Bild: Stadt Dortmund / Elena Hesterkamp