Grundstücksmarktbericht
Dortmunder Grundstücksmarkt erholt sich: Mehr Verkäufe und steigender Umsatz in 2024
Der Dortmunder Grundstücksmarkt nimmt wieder Fahrt auf – nach dem deutlichen Einbruch in den Jahren 2022 und 2023 zeigt der aktuelle Grundstücksmarktbericht 2024 eine positive Entwicklung: Mehr Verkäufe, steigende Umsätze und ein differenziertes Preisgefüge prägen das Bild. Der Gutachterausschuss Dortmund liefert fundierte Zahlen, aktuelle Trends und konkrete Beispiele – eine wichtige Orientierungshilfe für Eigentümer, Kaufinteressierte und die Immobilienwirtschaft.
Der Dortmunder Grundstücksmarkt zeigt 2024 klare Zeichen der Erholung: „Nach dem Einbruch des Grundstücksmarkts ab Mitte 2022 wurden im letzten Jahr 22 Prozent mehr Kaufverträge abgeschlossen“, erklärt Christian Hecker, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Dortmund.

Mit rund 3.800 Abschlüssen liegt die Anzahl allerdings weiterhin deutlich unter dem Niveau der Niedrigzinsphase. Mehr Verkäufe bedeuten auch mehr Umsatz. Er stieg um rund 24 Prozent auf 1,37 Mrd. Euro. Allerdings liegt auch dieser Wert immer noch deutlich unter dem Höchstwert von mehr als 2 Mrd. Euro im Jahr 2020.
Erholung in allen Teilmärkten
„Die Revitalisierung des Grundstücksmarkts betrifft erfreulicherweise alle Teilmärkte“, so Ulf Meyer-Dietrich, stellvertretender Vorsitzender.
Besonders stark zeigte sich der Markt für unbebaute, baulich nutzbare Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser: Hier wurden 47 Grundstücke verkauft – ein Plus von 46 Prozent. Im Bereich des Geschosswohnungsbaus blieb die Anzahl mit 23 Verkäufen stabil.
Bodenpreise ziehen an – andere Werte bleiben stabil
Die Bodenpreise für den Wohnungsbau stiegen stadtweit um 20 Euro pro Quadratmeter. Die Werte für gewerbliche oder landwirtschaftliche Flächen blieben unverändert.
Anstieg auch bei bebauten Grundstücken
Bei bebauten Grundstücken (ohne Wohnungs- und Teileigentum) nahmen Anzahl und Umsatz um 25 Prozent zu. Verkäufe und Umsatz bei Ein- und Zweifamilienhäusern stiegen jeweils um über 20 Prozent. Bei Mehrfamilienhäusern wurden 26 Prozent mehr verkauft, der Umsatz stieg sogar um 50 Prozent.
Im gewerblichen Bereich ist die Lage differenzierter: Während die Anzahl der Verkäufe stieg, sank der Umsatz insgesamt um 13 Prozent – vor allem aufgrund eines Rückgangs bei Büro- und Verwaltungsgebäuden. Geschäftshäuser legten hingegen deutlich zu: Es wurden acht Verträge mehr abgeschlossen und der Umsatz versechsfachte sich. „Die deutlich ausgeprägte Umsatzsteigerung bei Geschäftshäusern als auch der Umsatzrückgang bei Büro- und Verwaltungshäusern haben mit Einzelfällen zu tun. Ein paar hochpreisige Immobilienverkäufe wirken sich hier aus“, so Christian Hecker.
Preisentwicklung: leicht rückläufig bei Bestandswohnungen
Bei bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern stagnieren die Preise oder sinken leicht. „Lediglich im Geschosswohnungsbau ist eine deutliche Tendenz nach unten (minus 4 Prozent) nachweisbar“, erläutert Ulf Meyer-Dietrich. Im Vorjahr lag der Rückgang hier noch bei 17 Prozent.
Eigentumswohnungen und Neubauten stabil
Bei Eigentumswohnungen stiegen Transaktionen und Umsatz jeweils um 20 Prozent. „Das zeigt sich im Stadtgebiet ganz unterschiedlich: Während die Preise im Norden und im Westen leicht anziehen, gehen sie im übrigen Stadtgebiet eher leicht zurück“, so Ulf Meyer-Dietrich.
Im Neubaumarkt zeigt sich ein stabiles bis leicht steigendes Preisniveau. Reihenendhäuser und Doppelhaushälften ohne Keller lagen bei etwa 3.800 Euro/qm Wohnfläche, Eigentumswohnungen bei rund 4.500 Euro/qm. „Der höchste Verkauf lag bei rund 6.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Auch aufgrund gestiegener Baukosten kann das Preisniveau im Neubaumarkt gar nicht zurückgehen“, sagt Christian Hecker.
„Die Verkäufe und Umsätze steigen bundesweit“, berichtet Ulf Meyer-Dietrich. Auch die stagnierenden Wertentwicklungen sind ein deutschlandweiter Trend – mit regionalen Unterschieden.
Zwei Beispiele aus der Praxis
Beispiel 1: Familie Müller-Öczan aus Westerfilde sucht ein neues Zuhause
Die Familie erwartet Nachwuchs und möchte sich vergrößern – idealerweise Doppelhaushälfte mit Garten. Ihre bisherige Eigentumswohnung in Dortmund-Westerfilde (80 qm, Baujahr 1985) war 2024 noch mit 175.000 Euro bewertet. Zum 1. Januar 2025 dürfen sie sich über einen Wertzuwachs von 10.000 Euro freuen. Für eine Doppelhaushälfte mit 140 qm Wohnfläche und 350 qm Grundstück, ebenfalls in Westerfilde, werden derzeit 430.000 Euro aufgerufen. In Bochum kostet ein vergleichbares Objekt rund 420.000 Euro, nahe der Stadtgrenze zu Dortmund. Noch günstiger wird es im Osten Gelsenkirchens, nahe der A42 – dort sind es etwa 410.000 Euro. Die erste Idee, nach Dortmund-Barop zu ziehen, hat die Familie schnell verworfen: Dort liegt das Preisniveau in der gewünschten Kategorie bei 570.000 Euro. Die Entscheidung steht noch aus – die Familie lässt sich Zeit bei der Suche.
Beispiel 2: Familie Laurens zieht von Düsseldorf nach Dortmund
Das Ehepaar lebt zur Miete in einem kleinen Einfamilienhaus in Düsseldorf. Nachdem die Kinder ausgezogen sind, möchten sie sich räumlich verkleinern – und zugleich mit einer Eigentumswohnung für die Zukunft vorsorgen. Herr Laurens ist Alleinverdiener und bei ihm steht beruflich bedingt ein Wechsel in eine neue Zweigstelle nach Dortmund an. Die gute Anbindung zwischen beiden Städten macht eine Entscheidung für den Wohnort zunächst offen. Das Paar wünscht sich eine 70 qm große Eigentumswohnung, möglichst mit Blick aufs Wasser. In Düsseldorf-Wittlaer liegen die Preise dafür bei mindestens 380.000 Euro. Eine vergleichbare Wohnung am PHOENIX See in Dortmund ist rund 80.000 Euro günstiger. Die Entscheidung fällt schnell: Das Paar wird künftig in Dortmund wohnen – der Preis überzeugt, das Pendeln entfällt.
Der vollständige Grundstücksmarktbericht 2024 ist online abrufbar unter:
Kostenfrei veröffentlicht sind dort auch Bodenrichtwerte und Immobilienrichtwerte. Für eine individuelle Einschätzung bietet sich der Immobilienpreiskalkulator unter
Tagesaktuelle Entwicklungen des Markts lassen sich im Dashboard unter
Hintergrund: Was macht der Gutachterausschuss?
Die Gutachterausschüsse in NRW sind unabhängige, nicht an Weisungen gebundene Einrichtungen des Landes. In Dortmund ist die Geschäftsstelle beim Vermessungs- und Katasteramt angesiedelt.
Mehr über Aufgaben, Zusammensetzung und Produkte unter:
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