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Weniger Eltern-Taxis, mehr Sicherheit: Stadt und Polizei sperren „Schulstraßen“ für Autos

Stadt und Polizei Dortmund wollen Schulwege sicherer machen. Ein Pilotprojekt: die Einrichtung von "Schulstraßen", die während der Bring- und Abholzeiten für Autos gesperrt werden. So sind Kinder auf dem Schulweg weniger Gefahren ausgesetzt.

Vor Beginn des neues Schuljahres appellieren Stadt und Polizei Dortmund an alle Verkehrsteilnehmende, aktiv für mehr Sicherheit auf Schulwegen zu sorgen. Erstmals richtet die Stadt vier Schulstraßen ein, die zu bestimmten Zeiten nicht befahren werden dürfen. In Zusammenarbeit mit der Polizei startet ergänzend ein neues Training in der Jugendverkehrsschule im Fredenbaum.

Bild: Leopold Achilles
Ein Schild mit der Aufschrift Lernanfänger, im Hintergrund Kinder auf Fahrrädern
In der Jugendverkehrsschule können Kinder das Zurechtfinden im Straßenverkehr üben.
Bild: Leopold Achilles

Kinder unter zehn Jahren können Verkehr nicht realistisch einschätzen

Kinder im Grundschulalter nehmen gleichberechtigt am Straßenverkehr teil, können aber Geschwindigkeiten, Abstände und Situationen noch nicht richtig einschätzen. Erst ab etwa zehn Jahren sind sie in der Lage, Situationen besser und richtig bewerten zu können. Das setzt voraus, dass sie zuvor das richtige Verhalten an Ampeln, großen Kreuzungen, Haltestellen, Zebrastreifen und anderen Orten erlernen konnten.

Eine Auswertung der Dortmunder Polizei von Schulwegunfällen und Unfällen in der Freizeit von Kindern ergab, dass Schulkinder an Bushaltestellen und an Sichthindernissen besonderen Gefahren ausgesetzt sind: Immer dann, wenn sie vor und hinter haltenden Bussen oder nicht vorhersehbar zwischen geparkten Autos die Straße überqueren, steigt das Unfallrisiko.

Oberbürgermeister Thomas Westphal
Thomas Westphal,
Oberbürgermeister der Stadt Dortmund
Bild: Leopold Achilles

Eltern wollen ihre Kinder möglichst sicher zur Schule bringen. Sie mit dem Auto direkt vor die Tür der Schule zu fahren, ist aber nicht die beste Idee. So sammeln sich dort viel zu viele Autos und es entstehen unübersichtliche Situationen, die die Kinder gefährden.

Stadt und Polizei rufen zu mehr Vorsicht auf

Hinzu kommt, dass Autos, Lkw und andere Motorfahrzeuge immer mehr Raum einnehmen. An Bushaltestellen fällt auf, dass Autofahrer*innen die Situationen falsch einschätzen und ihr Tempo nicht anpassen. An Haltestellen mit einem roten Dreieck und bei eingeschaltetem Warnblinklicht am Bus gilt Schrittgeschwindigkeit für Autos - auch im Gegenverkehr. Ein mit Warnblinklicht an die Haltestelle heranfahrender Bus darf nicht überholt werden. Die Polizei und die Stadt Dortmund fordern zu besonderer Vorsicht an Bus- und Stadtbahnhaltestellen auf.

„Die aktuell 23.738 Kinder in unseren 88 Grundschulen in Dortmund sind keine ‚Mitläufer‘ im Straßenverkehr. Sie brauchen besondere Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme. Da sind alle gefordert – die Stadtverwaltung, die Polizei und alle Dortmunderinnen und Dortmunder“, appelliert Oberbürgermeister Thomas Westphal.

Bild: Leopold Achilles
Vertreter*innen von Stadt und Polizei
Oberbürgermeister Thomas Westphal (2.v.l.) und Polizeipräsident Gregor Lange (3.v.l.) stellten das Pilotprojekt gemeinsam mit Vertreter*innen der Verkehrsunfallprävention der Polizei sowie Vertreter*innen des Tiefbauamtes, Schulverwaltungsamtes und Ordnungsamtes vor.
Bild: Leopold Achilles

Pilotprojekt: „Schulstraßen“ an vier Schulen

Für mehr Sicherheit auf Schulwegen wird die Stadt vier "Schulstraßen" einrichten. Dabei werden Straßen in der Nähe von Schulen während der Hauptbring- und Abholzeiten für den motorisierten Verkehr gesperrt. Basis dafür ist ein entsprechender Erlass des Landesministeriums NRW. Nach eingehender Prüfung und im Austausch mit den Beteiligten haben das Tiefbauamt und das Schulverwaltungsamt vereinbart, als Pilotprojekt an drei Grundschulen und einer Förderschule vier Schulstraßen einzurichten. Die Schulstraßen werden durch Beschilderung und Markierung kenntlich gemacht. Voraussetzung für die Schulen war unter anderem eine vorherige Teilnahme an dem Programm „So läuft das“ , an dem bereits 20 Grundschulen teilgenommen haben.

An diesen Standorten wird es Sperrungen geben

An der Freiligrath Grundschule wird die Uranusstraße im Abschnitt Provinzialstraße bis Neptunstraße gesperrt. Sperrzeit: 7:30 bis 8:00 Uhr. Eine Hol- und Bringzone wird an der Provinzialstraße 357 und 360 kurzfristig eingerichtet.

An der Ostenberg Grundschule wird die Straße An der Margarethenkapell zwischen 14:45 bis 16:15 Uhr gesperrt. Eine Hol- und Bringzone ist An der Palmweide gegenüber der Schönaustraße vorhanden.

An der Kerschensteiner Grundschule wird die Strohnstraße zwischen 7:30 bis 8:00 Uhr gesperrt. Eine Hol- und Bringzone ist gegenüber der Rathenaustraße 39-41 vorhanden.

An der Förderschule Max-Wittmann-Schule wird die Oberevinger Straße im Abschnitt Rotbuchenweg bis Derner Straße (Zufahrt für Schülerspezialverkehr erlaubt) gesperrt. Sperrzeit: Montag bis Freitag für eine halbe Stunde nach Unterrichtschluss.

Das Pilotprojekt an der Ostenberg Grundschule und an der Freiligrath Grundschule wird zudem wissenschaftlich durch zwei Masterarbeiten von Studentinnen der TU Dortmund begleitet. Diese betrachten die Situation an den Schulen vor und nach der Einrichtung der Schulstraßen. Die Pilotphase erstreckt sich voraussichtlich über 6 Monate, maximal bis zu einem Jahr. Danach werden die Ergebnisse ausgewertet und bewertet, um die weiteren Schritte der Stadtverwaltung festzulegen.

Bild: Leopold Achilles
Ein Mann in einer ADFC-Weste erklärt einer Gruppe Kindern etwas
Wann muss man warten, wann darf man losgehen? Auch das lernen die Kinder in der Jugendverkehrsschule.
Bild: Leopold Achilles

(Rest)schulweg eigenständig bewältigen können

Außerdem werden an den Schulen dort, wo es noch keine gibt, Hol- und Bring-Zonen eingerichtet. Dort können Eltern halten, um ihre Kinder aus dem Auto austeigen zu lassen, damit diese den sicheren Restschulweg eigenständig und zu Fuß zurücklegen. Die Schulstraßen werden durch Beschilderung und Markierung kenntlich gemacht. Die Polizei wird die Einhaltung des Einfahrverbots kontrollieren. Die Schulstraßen sollen den Hol- und Bringverkehr verdrängen, Verhaltensänderungen bei Eltern und Schüler*innen bewirken und die eigenständige Mobilität von Schüler*innen fördern. Das Pilotprojekt ist zunächst auf bis zu zwölf Monate befristet.

Kinder verunglücken häufig in der Nähe ihrer Schule

Wenn Kinder auf Schulwegen verunglücken, dann häufig in der Nähe ihrer Schule. Polizeipräsident Gregor Lange appelliert deshalb an Eltern: „Passen Sie da bitte besonders gut auf. Damit die Schulwege möglichst sicher sind: Fahren Sie Ihre Kinder nicht mit dem Auto bis vor die Schule. Ein Kind lernt nichts über den Straßenverkehr, wenn es im Auto sitzt.“ Bei ihren Kontrollen auf Schulwegen und an Elternabenden wird die Polizei deshalb wiederholt auch das „Eltern-Taxi“ ansprechen.

Polizeipräsident Gregor Lange
Gregor Lange,
Polizeipräsident
Bild: Leopold Achilles

Die Autofahrer*innen tragen die Hauptverantwortung für Sicherheit im Straßenverkehr. Sie müssen Respekt gegenüber den Schwächeren haben. Wer Gehwege zuparkt, macht Kinder zwischen den Autos unsichtbar.

Bushaltestellen-Training für Schüler*innen

Ergänzend startet ab diesem Schuljahr das neue Kompetenztraining in der Jugendverkehrsschule Dortmund im Fredenbaum in Zusammenarbeit mit der Polizei Dortmund. Das neue Bustraining ist ein Angebot für Grundschüler*innen der Dortmunder Nordstadt, die mit Schulbussen zu ihrer Schule gelangen. Mit Hilfe von Bildern und Symbolen sollen die Kinder möglichst spielerisch lernen, wie sie sich sicher und verantwortungsbewusst im Schulbus oder öffentlichen Verkehrsmitteln verhalten. Rund 400 Nordstadt-Kinder könnten vom Bushaltestellen-Training in der Jugendverkehrsschule profitieren und für die Realität üben.

Polizei und Ordnungsamt verstärken Kontrollen

Polizei und Ordnungsamt werden in den kommenden Wochen verstärkt auf Schulwegen den Verkehr überwachen – gerade jetzt zum Start des neuen Schuljahres. Bezogen auf den ruhenden Verkehr liegt das Hauptaugenmerk auf der Kontrolle von Geh-, Rad- und Fußgängerüberwegen sowie von Halteverboten, Bushaltestellen, Kreuzungen und Einmündungen im Einzugsbereich von Kindergärten und Schulen. Gegen Falschparkende wird die Verkehrsüberwachung konsequent vorgehen.

Schlagwörter

Kinder, Jugendliche & Familie Mobilität & Verkehr

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